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Wohnungsknappheit - Wohnungsnot

09.07.2025 Hans Egloff

Selbstgenutztes Wohneigentum ist kaum mehr erschwinglich. Vor allem in den städtischen Agglomerationen sind die Angebotsmieten tendenziell weiter steigend. Insgesamt steigen die Wohnkosten und die Aussichten sind düster. Günstiger Wohnraum wird immer knapper.

Bald sind Kommunalwahlen, danach Kantonsrats- und schliesslich National- und Ständeratswahlen, und so üben sich einige Protagonisten vor allem in Wahlkampfrhetorik und Ideologie – auch um sich mit den wahren und längst bekannten Umständen und Problemen nicht wirklich auseinandersetzen zu müssen. Der Ruf nach staatlicher Mietzinskontrolle und Renditedeckelung wird immer lauter, obwohl, das haben wir ja bereits…

Die Ursachen der oben beschriebenen Entwicklung sind offensichtlich: Die Bevölkerung wächst stetig und die deutliche Entwicklung in Richtung Kleinhaushalte und gesellschaftliche Veränderungen führen zu erhöhter Nachfrage. Gleichzeitig stagniert die Bautätigkeit bzw. nimmt gar ab. Die Zahl der Baubewilligungsverfahren ist auch wenig erfreulich.

Bebaubarer Boden ist ein sehr knappes Gut, entsprechend hoch sind die Baulandpreise. Die Baukosten sind gestiegen und verharren zumindest auf hohem Niveau. Einspracheverfahren, rigide Lärmschutzvorschriften und denkmalpflegerische Beschränkungen bringen die Bautätigkeit fast zum Erliegen. Das grosse Ziel der Verdichtung der bestehenden Bauzonen bleibt vor allem frommer Wunsch: Verdichten schon, aber eben nicht in der direkten Nachbarschaft… Und solange Städte und Gemeinden durch Auf- und Umzonung geschaffene Mehrwerte gleich mit dem Maximalsatz wieder abschöpfen, verzichten vor allem private Bauherren lieber auf das Bauprojekt.

Es braucht Impulse und echte Anreize, damit die Wohnbautätigkeit wieder an Schwung gewinnt. Nur so wird Wohnraum für alle wieder erschwinglich und wird aus Wohnungsknappheit nicht noch wirklich Wohnungsnot.